Spaß mit dem HP Support

Hatte meiner Verlobten einen HP Envy geschenkt. Vor einem Jahr machte er auf einmal unmotiviert Bluescreens, das lag an einem Update von Microsoft wo HP erst mal seine Firmware nachpatchen musste.

Seit 2 Monaten macht er nun wieder Ärger -diesmal sind es spontane Neustarts. Ganz ohne Bluescreen, einfach nur nur schwarzes Bild und Reboot. Beim Hochfahren kann es sein, dass er das dann während des Hochfahrens direkt noch zwei Mal wiederholt, weil er es kann.

Der Effekt tritt manchmal 3x an einem Tag auf, dann ist aber auch mal wieder zwei Wochen lang Ruhe.

Schatzi hat mit dem Support von HP gesprochen, all deren Diagnose Tools durchlaufen lassen. Dann haben wir Windows zurückgesetzt, hatten aber ein paar Stunden später wieder einen spontanen Reboot.

Daher vom USB Stick gebootet, die Original-Partitionen gelöscht und Windows 10 20H2 draufgebügelt. Wie immer alle Updates nachgezogen – buzz, Reboot. Mit HP gesprochen, Abholung vereinbar.

Rechner wurde von UPS abgeholt. Techniker von HP rief an, wo denn das Problem liege, PC würde doch hoch fahren. Erneut hat Schatzi das Problem geschildert und gesagt, sie sollten vielleicht mal das Netzteil checken.

PC dann am 01.04.2021 zurückgekriegt. Eigentlich sollte eine „detaillierte Beschreibung“ dabei liegen, was sie denn gemacht haben. War aber nicht dabei. Angerufen. Ergebnis: die haben – trommelwirbel – Windows neu installiert! Fuck, Yeah! Das wird es gebracht haben, die installieren das bestimmt viel besser als das Original-Setup von Microsoft…

So, PC wieder angeschlossen. Interessant, die haben Windows neu installiert. Und warum ist dann die Software von vorher noch drauf? Genau…

Um 13:00 haben wir den PC angeschlossen und eingeschaltet. Angefangen, die Dateien zu kopieren, was man halt so auf dem Desktop liegen hat und so. Um 14:33 sagte der PC dann *boot*. Begann mit dem Hochfahren und *boot*. Coole Reparatur, HP. Hätte ich auch geschafft.

Deren nächster Vorschlag war, doch mal die Steckdose zu wechseln woran der PC hängt. Klar, wir machen ja jeden Scheiss mit… und wenn der Kasten dann (erwartungsgemäss) wieder abschmiert, kriegen sie den PC postwendend zurück.

Den Karton für die Rücksendung haben wir jedenfalls noch und ich hab denen diesmal auch eine freundliche Fehlerbeschreibung ausgedruckt die wir auf den Tower kleben werden. Denn der Informationsfluss bei HP scheint auch nicht so der Hit in Tüten zu sein.

Was soll ich sagen: total überraschend ist der PC in den letzten zwei Tagen fünf Mal ausgegangen.

Kiste wieder hingeschickt. Mit Fehlerbeschreibung auf Englisch und Deutsch und einem Screenshot aus dem Eventlog.

15.04.2021
PC ist wieder da. Windows wurde neu aufgespielt (sehr innovativ, HP! Als ob wir das nicht probiert hätten) und sie haben diesmal wenigstens einen Zettel beigelegt. Laut dem Wisch sei alles ok, was wir denn wollten. Naja, so kriegt man die Einträge aus dem Eventlog natürlich auch weg.

Was die bei HP aber anders gemacht haben als ich: die haben meiner Verlobten ein Windows 10 version 1909 aufgespielt. Na gut, aktuell wäre 20H2, aber wir wollen ja nicht kleinlich sein. Zumindest war es kein Windows XP.

Und zumindest aktuell weigert Microsoft sich hartnäckig, die Gurke auf was Höheres als 1909 anzuheben. Nur gut, dass das 1909 Release am 11.05.2021 aus dem Support läuft und dann keine Updates mehr kriegt. Wenn ich mich recht entsinne, wollte der PC damals auch nicht wirklich aktualisiert werden.

Nun ja, also versuchen wir mal, mit dem HP-eigenen Support-Assi die Treiber etc. zu aktualisieren. Wenn man das Drecksprogramm startet, kommt nur die Meldung, man müsse es aktualisieren und er öffnet den Microsoft Appstore. Gesagt, getan. Die neue Version muss nun nicht mehr aktualisiert werden. Plärrt aber in durchaus fehlerhaftem Deutsch rum, weil ein Dienst nicht gestartet werden konnte, man sollte doch den PC neu starten. Kann man machen, kann man auch bleiben lassen – es bleibt so wie es ist.

Also laden wir mal eben den Assi neu runter. Wow, 1.3 MB/s. Respekt, HP. Betreibt Ihr den Webserver auf einer eurer ausgemusterten Büro-PCs? Zumindest hat man dann in der Zwischenzeit Gelegenheit und Muße, den von HP mitgelieferten Weberotz wie McAfee runter zu werfen. Immerhin läuft das Ding nach der manuellen Installation schon mal. Und findet ein Bios Update von Dezember 2020.

Da wir das Support-Tool vor dem Einsenden natürlich auch benutzt hatten, stellt sich die Frage: haben diese Helden in Strumpfhosen das Bios von dem armen Gerät auf anno Tuk zurückgesetzt? Weil sie es können? Oder haben die doch das Board ausgetauscht? Und wieso haben die nicht das akutellste Bios eingespielt – Unfähigkeit, Bösartigkeit oder beides? Fragen über Fragen.

16.04.2021
Schatzi war neugierig und hat HP gefragt, was sie denn nun gemacht haben. Aha, ein neues Motherboard eingebaut. Für das BIOS-Update waren sie scheinbar zu faul, nun gut.

Ja klar, wir können bedenkenlos Windows auf 20H2 anheben, kein Thema. Sagt die Hotline. Leider schiesst sich das Update immer die Rübe weg und bleibt bei 61% hängen. Weil der tolle „Conexant Audio HD Driver“ nämlich Schwierigkeiten macht. Ein wenig Suchen im Internet ergab dann, dass man den Treiber gegen den Audio-Treiber von Microsoft tauschen muss.

Also gut, erst mal ganz normal den Conexant deinstalliert. Update läuft danach, nach einem Reboot hat er natürlich wieder den Conexant Treiber gefunden. Bin gespannt, bisher läuft der PC stabil.

Nun ja, HP kann nichts dafür, dass Conexant wohl pleite ging und daher keine neuen Treiber herstellt. Aber die sollten schon ihren Kunden so ein paar Handreichungen machen, ich möchte nicht wissen wie viele mit einem HP PC nun auf Windows 10 1909 festhängen.

Traurig.